Wunschlos glücklich

In diesem Beitrag: Meine persönlichen Erkenntnisse zum Thema „Wünsche“ .

  • Das Glück fliegt jenen zu, die wunschlos glücklich sind, die keine Wünsche haben.
  • Je mehr Wünsche man hat, umso öfter erlebt man eine Enttäuschung.
  • Wunschlos zu sein heißt, ohne Erwartungen zu sein.
Wünsche = Erwartungen —> Enttäuschungen

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Wünsche gehen nie in dem Ausmaß in Erfüllung, (wenn sie denn in Erfüllung gehen), wie man sie sich ursprünglich im Geiste vorgestellt hat – irgendwelche Kompromisse, Abstriche sind immer dabei, die man in Kauf nehmen muss.

Wozu sich etwas wünschen, wenn man es nicht haargenau so bekommen kann, wie man es sich vorgestellt hat und am Ende doch enttäuscht ist?

Keine Wünsche —> keine Enttäuschung

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Ohne Wünsche lässt sich leichter leben; mit Wünschen belastet man sich nur selbst und das eigene Leben, weil es im Grunde immer oder so gut wie immer auf eine Enttäuschung hinausläuft. Entweder weil der Wunsch nicht in Erfüllung geht oder weil er erfüllt wird aber das Ergebnis nicht so ist, wie man es haben wollte.

Wünsche zu haben heißt, das Leben in eine bestimmte, gewünschte Richtung kontrolliert lenken zu wollen, dem Leben Kontrolle aufzuzwingen. Dem Leben die Richtung zu weisen, wie es denn zu laufen hat, und zwar so, dass man zufrieden und glücklich sein kann und diesbezüglich hat man so seine eigene Vorstellungen. Aber man kann dem Leben nichts aufzwingen, man kann das Glück, das mit einer Wunscherfüllung kommen soll, nicht erzwingen.

Das Streben nach Glück heißt, Wünsche zu haben.

Solange diese nicht in Erfüllung gehen, fühlt man sich nicht glücklich. Das Leben wird von Enttäuschungen überschattet. Das Streben nach Glück basiert immer auf irgendeinem Wunsch, den man hegt. Wenn der Wunsch nicht in Erfüllung geht, stellt sich kein Glück ein. Man strebt weiter, denn man gibt nicht auf und so erntet man immer öfter Enttäuschung. Irgendwann ist man verbittert geworden, weil Wünsche nicht in Erfüllung gingen, man fühlt sich vom Leben enttäuscht, gar im Stich gelassen. Dabei ist man selbst schuld. Hätte man keine Wünsche gehabt, sein Leben ohne Wünsche gelebt, wäre man nicht enttäuscht gewesen.

Nur das, was ich in einer bestimmten Form erwarte, kann mich enttäuschen.

Wenn man keine Wünsche hat, hat man keinen Erwartungsdruck, der einen nur belastet.

Wenn man dem Leben keine Möglichkeit dazu geben möchte, einen zu enttäuschen, sollte man keine Wünsche hegen. Einfach wunschlos leben, leicht, befreit, ohne Druck. Allein schon diese Faktoren könnten glücklich machen. Ein Leben ohne Druck, ohne Erwartungen, ohne Streben nach (noch) mehr Glück, ohne in der Illusion gefangen zu sein, dass Wünsche in Erfüllung gingen, wenn man sie Tag und Nacht in Gedanken vor Augen hält. Ja, es stimmt, das funktioniert meiner Meinung nach, früher oder später, nur sind dann die begleitenden Umstände nie hundertprozentig so, wie man es sich vorgestellt, sich gewünscht hat. Man muss mit der Wunscherfüllung auch immer etwas anderes in Kauf nehmen, was man eigentlich so nicht haben wollte. Und dann ist man trotz Wunscherfüllung irgendwie doch enttäuscht, man redet es dann meistens schön, versucht sich selbst zu überzeugen. So z. B.:  bevor ich gar nichts habe, habe ich es lieber so, auch wenn dabei nicht alles hundertprozentig passt. Aber das funktioniert auf Dauer nicht ganz. Die anfangs noch leise Stimmen der Enttäuschung werden immer lauter.

Außerdem: ob ein Wunsch einen wirklich glücklich macht, weiß  man erst, nachdem der Wunsch in Erfüllung ging. Nicht vorher, zumindest nicht mit Sicherheit. Es kommt eben auf die begleitenden Umstände an. Weil sie dann im Endeffekt  immer etwas anders sind, als man es sich vorgestellt hat.

Oder zum Beispiel wenn nur ein bestimmter Teil des lang gehegten Wunsches in Erfüllung geht – das Ergebnis ist bloß eine halbe Sache. Dann ist man auch unzufrieden und enttäuscht, sogar frustriert. Man hat ja mehr erwartet.

Wenn man sich bei seinen Wünschen nicht mit weniger zufrieden geben kann, sollte man sich lieber nichts wünschen. Entweder ganz oder gar nicht. Dann lieber keine Wünsche, um nicht jedes Mal den bitteren Beigeschmack (Enttäuschung) zu spüren. Nach jeder Enttäuschung ist es zunehmend schwieriger, sich aufzurappeln, sich zu motivieren, nur um dann sich wieder fragen zu müssen, wieso nicht alles so kam, wie man es sich ursprünglich vorgestellt hatte.

Bis man endlich einsieht, dass es nichts bringt, wertvolle Lebenszeit mit Wünschen, mit inneren Vorstellungen (sogenannten Visualisierungen) für die Zukunft, wie sie denn sein sollte, um sich endlich glücklich zu fühlen,  zu verplempern. Anstatt sich immer nur auf Wünsche, Träume, welche aus eigener Perspektive die Zukunft besser, schöner machen könnten zu konzentrieren, sollte man sein Leben lieber in der Gegenwart ohne die Last der Wünsche, Erwartungen und Enttäuschung verbringen.

Man sollte einfach wunschlos, ohne Erwartungen jedem neuen Tag begegnen, und sich vom Leben selbst immer wieder aufs Neue überraschen lassen. Positive Wendungen im Leben können sich nur dann entfalten, wenn man es schafft, sich selbst von dem Ego-gesteuerten Kontrolldrang (wie alles zu geschehen hat) zu befreien.

I-F-D-L

Photo: deathtothestockphoto.com


 

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